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Stabübergabe im Investment Office bei Dreyfus Banquiers: Daniel Witschi und sein Nachfolger Frank Häusler im Gespräch

Daniel Witschi und Frank Häusler im Gespräch – zwei Männer in dunklen Anzügen, aufgenommen in einem ruhigen Sitzungszimmer

Daniel Witschi, Frank Häusler, wie würden Sie sich persönlich beschreiben?

Daniel Witschi: Ich würde mich als hartnäckigen Analysten beschreiben, der wirtschaftliche Entwicklungen verständlich auf den Punkt bringt. Mich interessieren die Zusammenhänge hinter den Zahlen. Diese Begeisterung entstand schon früh und ich konnte sie im Ökonomiestudium weiter vertiefen. Bis heute finde ich es spannend, komplexe Themen auf ihren Kern herunterzubrechen.

Frank Häusler: Auch für mich ist strukturiertes Denken zentral. Seit dem Mathematikstudium beschäftigt mich die Frage, wie sich analytische Methoden sinnvoll auf die Finanzmärkte übertragen lassen. Gleichzeitig steht für mich immer der Mensch im Mittelpunkt. Deshalb ist der persönliche Austausch mit unseren Teams und unseren Kundinnen und Kunden essenziell für mich.

Wofür begeistern Sie sich ausserhalb Ihres Berufsalltags?

Daniel Witschi: Viele würden vermutlich nicht erwarten, dass ich mich intensiv mit Wirtschaftsgeschichte, Barockmusik, und Ägyptologie beschäftige. Mich fasziniert, wie frühere Kulturen gedacht und gelebt haben. Zudem schätze ich den Ausgleich in der Natur beim Wandern oder ganz einfach zuhause mit unseren Katzen. Und dann gibt es noch Orte, an die ich immer wieder gerne zurückkehre, etwa Japan oder London.

Frank Häusler: Bei mir geht es etwas sportlicher zu. Klettern, Skifahren oder Bergläufe helfen mir, den Kopf freizubekommen. Ich verbringe aber genauso gerne Zeit mit einem guten Buch oder beim Kochen. Gemeinsam haben wir sicher die Freude am Reisen. Neue Eindrücke zu sammeln und den Blickwinkel zu wechseln, empfinde ich ebenfalls als sehr wertvoll.

Sie bringen unterschiedliche berufliche Hintergründe mit. Welche Stationen Ihrer Laufbahn waren besonders prägend?

Frank Häusler: Mein Weg begann mit dem Mathematikstudium an der ETH und einem kurzen Abstecher ins Consulting, bevor ich in die Investmentwelt wechselte. Dort durfte ich sehr unterschiedliche Bereiche kennenlernen, von institutionellen Mandaten über Family Offices bis hin zu Privatkundinnen und Privatkunden. Dazu kamen verschiedene Rollen, vom Asset-Management-CEO einer Privatbank über die CIO-Verantwortung in einem Family Office bis zur Funktion als Chefstratege und Head Portfolio Management bei der Bank Vontobel. Diese Breite hat mich stark geprägt. Ich habe Investments auf vielen Ebenen erlebt, von kurzfristigen Geldmarktanlagen bis zu Direktinvestitionen etwa in Farmland in Latein Amerika, operativ ebenso wie auf strategischer Ebene.

Daniel Witschi: Bei mir war die Ausbildung in Makroökonomie mit Schwerpunkt Geldtheorie und Geldpolitik zentral. Meine erste Stelle als Ökonom beim Bankverein hat mir allerdings rasch gezeigt, wie vorsichtig man mit punktgenauen Prognosen sein sollte. Oft erinnern sie eher an Horoskope. Wirklich relevant sind aus meiner Sicht die langfristigen Entwicklungen und die Frage, welche Folgen sie für die Finanzmärkte haben. Daraus entstehen robustere und nachhaltigere Anlagestrategien.

Frank Häusler im konzentrierten Gespräch
Frank Häusler, ausgebildeter Mathematiker, teilt mit seinem Vorgänger Daniel Witschi die Überzeugung, dass langfristiges Denken die Grundlage jeder soliden Anlagepolitik ist.

Wenn Sie auf Ihre Ausbildung und bisherigen Stationen zurückblicken: Was davon beeinflusst Ihre Sicht auf Märkte und Anlageentscheide heute noch?

Frank Häusler: Über die Jahre hat sich für mich vor allem eine Erkenntnis bestätigt: Langfristiges Denken setzt sich meist durch. Gerade in hektischen Marktphasen braucht es oft Mut, um ruhig zu bleiben und nicht jeder kurzfristigen Bewegung hinterherzulaufen. Gleichzeitig sollte man die eigenen Überzeugungen immer wieder kritisch hinterfragen. Diese Balance zwischen Konsequenz und Offenheit prägt meinen Blick auf Anlageentscheide bis heute.

Daniel Witschi: Mich haben insbesondere zwei Erfahrungen geprägt. Zum einen meine Zeit bei Brinson Partners in Chicago und der dort gelebte Value-Ansatz. Dabei wurde mir klar, dass eine Anlagestrategie nicht nur theoretisch überzeugen, sondern auch zur Kundin oder zum Kunden passen muss. Lange Durststrecken mögen in der Theorie vertretbar sein, im Private Banking funktionieren sie aber nicht. Zum anderen haben Ereignisse wie das LTCM-Debakel 1998 oder die Finanzkrise 2008 gezeigt, wie gefährlich Strategien werden können, die maximale Rendite und maximale Sicherheit zugleich versprechen.

Was bedeutet dieser CIO-Wechsel für die Kundinnen und Kunden, aber auch für die Mitarbeitenden?

Frank Häusler: Die Voraussetzungen für diesen Übergang sind aus meiner Sicht sehr gut. Die gemeinsame Basis und die enge Zusammenarbeit bestanden bereits vor dem eigentlichen Wechsel. Mein Ziel ist es, den bisherigen Weg konsequent weiterzuführen und dennoch offen zu bleiben für neue Ideen und Entwicklungen.

Daniel Witschi: Deshalb verstehe ich diesen Schritt auch nicht als Bruch, sondern als natürliche Weiterentwicklung. Die Grundprinzipien unserer Anlagephilosophie bleiben bestehen. Und es freut es mich natürlich, Frank weiterhin begleiten und unterstützen zu können.

Wie würden Sie die Anlagestrategie von Dreyfus Banquiers jemandem erklären, der die Bank noch nicht kennt?

Daniel Witschi: Unsere Anlagestrategie basiert auf Erkenntnissen, die sich über viele Jahre und unterschiedliche Marktphasen hinweg bewährt haben. Wir versuchen bewusst, uns nicht von kurzfristigen Trends oder den aktuellen Schlagzeilen treiben zu lassen. Stattdessen konzentrieren wir uns auf langfristige Entwicklungen und auf die Frage, wie sich mit vertretbaren Risiken nachhaltige Renditen erzielen lassen. Dazu gehört auch der Mut, bewusst andere Wege zu gehen, etwa mit unserem globalen Sektorenansatz oder der frühen strategischen Gewichtung von Gold.

Frank Häusler: Wir orientieren uns nicht daran, was andere Banken machen oder wie ein Benchmark aussieht. Im Vordergrund stehen immer unsere eigenen Überzeugungen und ein klarer Fokus. Für unsere Kundinnen und Kunden bedeutet das, dass wir nicht jedem kurzfristigen Trend hinterherlaufen.

Frank Häusler und Daniel Witschi im Gespräch an einem Konferenztisch
Daniel Witschi (rechts) begleitet das Investment Team auch künftig beratend.

Was ist Ihnen im Umgang mit Risiken besonders wichtig?

Frank Häusler: Risiken gehören zum Investieren dazu. Ohne sie gibt es keine Rendite. Entscheidend ist für mich aber, nur Risiken einzugehen, die man versteht und für die man angemessen entschädigt wird. Unnötige Komplexität bringt selten einen Mehrwert.

Daniel Witschi: Wichtig ist, dass Risiken klar eingeordnet werden können und innerhalb der Anlagestrategie einen sinnvollen Zweck erfüllen.

Was bedeutet der Claim der Bank, «Einzigartig aufgehoben», für Sie persönlich?

Daniel Witschi: Ich verbinde unseren Claim vor allem mit dem Anspruch, so lange an einer Lösung zu arbeiten, bis wirklich alle relevanten Anliegen, Einwände und möglichen Stolpersteine berücksichtigt sind. Unsere Kundinnen und Kunden sollen sich mit ihren Anliegen ernst genommen fühlen und Vertrauen in die gewählte Strategie haben.

Frank Häusler: Für mich bedeutet «Einzigartig aufgehoben», dass es keine standardisierten Lösungen geben kann. Jede Kundin und jeder Kunde bringt andere Ziele, Erfahrungen und Erwartungen mit. Deshalb muss auch die Investmentstrategie individuell abgestimmt sein. Gerade in der Vermögensverwaltung greift ein «One size fits all»-Ansatz zu kurz.

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